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  • Julia

Bitch, better have my money - oder: warum du Ordnung in deine Finanzen bringen solltest.

Geld ist dir nicht so wichtig? Sollte es aber, denn sobald mal keines da ist, rückt es in den Fokus. Truth bombs und was du heute noch machen kannst, um dein Geld aufzuräumen. Here we go:



Freundinnen, wir müssen über Geld sprechen. Vor allen Dingen, wenn du bist jetzt das Thema verdrängst, dein Vater oder dein*e Partner*in sich um das Thema Finanzen kümmert. It's about time und es ist nicht so schwer wie du denkst.


Erst einmal zu den schwer verdaulichen Fakten: Frauen und Männer müssen laut Grundgesetz für den gleichen Job das gleiche Gehalt bekommen*. Die Realität sieht anders aus und schon sind wir bei dem Begriff "Gender Pay Gap", also geschlechtsspezifische Bezahlungslücke. Das führt dazu, dass Paare beim Thema Kinder beschließen, dass die Person mit dem geringeren Einkommen auch zu Hause bleibt. Aber da befinden wir uns schon mitten im Dilemma: Rentenpunkte gehen flöten und der spätere Wiedereinstieg in den Lohn-Job ist meistens in Teilzeit, was wiederum dazu führt, dass die Rentenlücke noch größer wird.

Die unbezahlte Arbeit im Haushalt und mit der Kindererziehung ("Gender-Care-Gap") macht es zudem schwieriger sich Zeit a) für sich selbst zu nehmen, was b) natürlich auch die eigene berufliche Situation betrifft. Laut Bundeszentrale für politische Bildung trifft der größte Unterschied in der Arbeitsverteilung heterosexuelle Paare im Alter von 34, indem Frauen 110,6% mehr Care-Arbeit leisten als Männer**. Trotz der Idealvorstellung eines Paares und vermeintlich geglaubter Gleichstellung bewegt man sich rückwärts in ein 50er-Jahre-Modell, wo Frau zu Hause bleibt und Mann den Schinken ranbringt, im Jahr 2022 Bio natürlich.

Nicht zu vergessen sind natürlich auch "Ein-Eltern-Familien", die Pflege Angehöriger und weitere Familienkonstellationen, in denen es finanziell schwierig ist eine Kinderbetreuung zu organisieren. Und ganz ehrlich, was bleibt am Ende hängen, wenn man mehr arbeitet, der Betrag aber direkt in die Betreuung fließt?

Also, meine Damen und Damen: auch wenn wir das Gefühl der Gleichberechtigung haben, ist sie doch nur ein Konstrukt auf dem Papier und holt uns allerspätestens beim ersten Kind ein (wenn wir denn eins wollen, natürlich). Das bedeutet, wir müssen uns dringend mit unseren eigenen Finanzen auseinandersetzen und den Kopf aus dem Sand ziehen, weil es keine Alternative gibt. Wir können nicht darauf vertrauen, dass eine Ehe die Basis unserer Rente bildet. Ja, ich weiß, das hört sich alles ziemlich unromantisch an. Aber wenn wir uns bewusst werden, dass wir aus anderen Gründen heiraten als unsere Großmütter, sollten wir uns auch bewusst darüber werden, dass ein Ehering nicht verhindert, dass zwei erwachsene Menschen sich auseinanderentwickeln können, und zwar statistisch gesehen nach 14,8 Jahren Ehedauer***.

Wir sollten außerdem nicht darauf warten, dass bis zu unserem Renteneintritt die Politik sich schon darum kümmern wird. Wir müssen uns um uns selbst kümmern: Self-Care ist nicht nur die Feuchtigkeitsmaske, die wir uns ins Gesicht klatschen, sondern auch an unser Selbst in 40 Jahren zu denken. Denn wenn wir später einen bestimmten Lebensstandard halten wollen, müssen wir heute anfangen.

Nach all den harten und auch unangenehmen Fakten kommen jetzt praktische Impulse für deine Finanzen, die du direkt umsetzen kannst.

Aufräum Tipps für deine Finanzen. Die Basics:


Good old Haushaltsbuch

Yes, I know, hört sich piefig an, bringt aber viel. Ganz ehrlich, jede Firma macht 'ne Buchhaltung, notiert Einnahmen und Ausgaben. Warum? Um am Ende zu sehen, wie viel hängen bleibt. Und genau das kannst du auch tun. Egal, ob auf Papier oder in einer fancy Excel-Tabelle, am besten trackst du mehrere Monate lang deine Ausgaben. Und damit meine ich alle Ausgaben. Fixkosten, Nahrungsmittel, Konsum-Ausgaben, jeden einzelnen Euro. Denn dann siehst du langfristig, wofür du wirklich dein Geld ausgibst.

Budgetieren

Nachdem du deine Fixkosten und deine anderen Ausgaben ermittelt hast, weißt du wie viel Geld du jeden Monat für einzelne Posten ausgibst. Um das zu halten oder aber auch um zu sparen, überleg' dir einen festen Betrag für jede Sparte, z.B. 300€ für Nahrungsmittel. Du solltest auch nicht vergessen, dein Spaß-Geld, dass du für Konsumausgaben aller Art hast, festzulegen. Es geht nicht um Verzicht, sondern darum bewusst mit Geld umzugehen und Ordnung in deine Finanzen zu bringen. Sobald ein Topf allerdings aufgebraucht ist, ist es weg. Das bedeutet, du nimmst auch kein anderes Geld aus einem anderen Topf, sondern wartest auf den nächsten Monat.

Pay yourself first

Das bedeutet, du wartest nich darauf, dass am Ende des Monats ein kleiner Betrag zum sparen übrig ist, sondern sparst direkt einen festen Betrag, sobald dein Gehalt auf dem Konto ist. So kannst du sicher gehen, dass du auch wirklich eine feste, monatliche Sparrate hast. Am besten wandert dieser Betrag auf ein anderes Konto, z.B. auf ein Tagesgeldkonto, an das du nicht so schnell rankommst.

Investments

Hinterfrage, wenn dir jemand etwas als "Investment" verkauft. Nur, weil deine Freundinnen Häuser kaufen und sie dir vorbeten, dass das die Rentenvorsorge überhaupt ist, muss es das für dich nicht sein. Vielleicht ist es eine emotionale Lifestyle-Entscheidung, die uns seit Kindesbeinen an von dem Bausparkassen-Fuchs, in der Werbung, erzählt wurde.


Ebenso mit Versicherungen: Wenn dir jemand eine Versicherung verkauft, aber für die Dienstleistung selbst nichts berechnet, solltest du dich fragen, womit die Person ihr Geld verdient. Vermutlich mit deinem Versicherungsbeitrag, der höher ist als er sein müsste. Übrigens kannst du dich bei der Verbraucherzentrale beraten lassen, was in deinen Versicherungsverträgen wirklich drin steht.

Wirkliche Investments passieren heute nicht auf einem Sparbuch, sondern an der Börse. Und gerade, wenn du davon keine Ahnung hast, solltest du weiterlesen. Die Börse ist nicht böse oder nur etwas für "Reiche". Gerade, wenn du dich mit dem Thema Rente auseinandersetzt machen hier langfristige Anlagen Sinn. Und keine Sorge, du musst nicht täglich den Markt verfolgen und hin und her verkaufen. Sondern monatlich eine Sparrate (ab 25€ geht's los) einzahlen und das Ganze aussitzen, am besten Jahrzehnte. Ja, die Börse ist komplex und man sollte nichts bedienen, von dem man keine Ahnung hat, aber 2022 kannst du alles selbst managen.


Ein easy peasy Einsteigerinnen-Buch ist übrigens "Madame Moneypenny" von Natascha Wegelin. Das ist übrigens ein super Investment in deine finanzielle Bildung ;)


Also, wie geht's dir jetzt nach diesem Artikel? Was wirst du angehen? Egal, welchen Schritt du nach vorne machst, im Bereich Finanzen ist ein Schritt besser als kein Schritt. Ja, du musst dich hinsetzen und Zeit aufbringen, aber die Kontrolle über dein Geld zu haben und nicht mehr andersherum ist unbezahlbar.

Quellen:


*https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19525/gleichberechtigung/


**https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/izpb/307446/neue-lebensformen-alte-verhaeltnisse/


***https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61578/eheschliessungen-und-ehescheidungen/


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